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Tae Kwon Do — Die koreanische Form des japanischen Karate

Das Tae Kwon Do zählt in seiner klassischen Form zu den ältesten und zugleich populärsten Kampfkünsten weltweit und begeistert heute mehrere Millionen Menschen. Es ist zudem fester Bestandteil des koreanischen Kulturerbes.


Frei aus dem koreanischen übersetzt bedeutet Tae Kwon Do soviel wie »Weg der Faust und des Fußes«. Anders als oft dargestellt, ist das klassische Tae Kwon Do genau genommen eine abgewandelte Form des japanischen Karate. Neben der Fähigkeit, sich in einer Notsituation selbst verteidigen zu können, legt diese Kampfkunst sehr viel Wert auf die Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele.

Großmeister Axel Schulze mit einem Senkrecht-Kick

Welche Aufgabe hat das Tae Kwon Do heute?

Tae Kwon Do ist, genau wie das Karate, eine komplexe Kampfkunst mit dem Anspruch Körper und Geist gleichermaßen zu trainieren. Der Gedanke der Selbstverteidigung wird eher nebensächlich betrachtet, da diese das Ergebnis regelmäßigen und disziplinierten Trainings ist. Das bedeutet, dass jeder, der sich ernsthaft und intensiv mit dem Tae Kwon Do beschäftigt, automatisch auch die Fähigkeit erhält, sich in einer Notsituation bis zu einem gewissen Grad selbst verteidigen zu können. Für unsere heutige, extrem schnelllebige und mental fordernde Welt ist jedoch ein anderer Aspekt viel wichtiger: Das Tae Kwon Do ist unter richtiger Anleitung ein idealer Ausgleich zu Schule, Beruf und Alltag.


Die meist sehr umfangreiche und komplexe Form des Trainings, bestehend aus intensiven Fitnessübungen, Schlag- und Kickübungen, Formenlauf sowie verschiedene Arten der Partnerübung, sorgt dafür, dass eine Art mentaler Reset durchgeführt werden kann. Der Alltag verblasst im Training und wird zur wenig beachteten Nebensache. Nach Abschluss einer Trainingseinheit ist der Kopf meist frei und kann dadurch mit neuer Leistung die Aufgaben des Alltags deutlich besser meistern.

Tae Kwon Do ist eine südkoreanische Kampfkunst, welche unter diesem Namen erst seit 1955 existiert. Die Wurzeln dieser Kampfkunst reichen jedoch weit in die Vergangenheit von Korea, Japan und China zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts fand unter Federführung des koreanischen Generals Choi, Hong-Hi die Entwicklung einer neuen Kampfkunst statt, die per staatlich anerkanntem Beschluss vom 11. April 1955 den Namen TaeKwonDo tragen sollte. Der General achtete bei der Entwicklung besonders darauf, dass alle Bewegungen den geltenden sportwissenschaftlichen, medizinischen und vor allem physikalischen Gesetzen gehorchen sollte.


General Choi schrieb einmal, dass Tae Kwon Do,"...wenn es erforderlich ist, durch Angriffe von 16 wohl trainierten Körperteilen auf 72 lebenswichtige Stellen leicht das Leben nehmen kann."


Vor 1955 trainierte man in Korea unter den koreanischen Bezeichnungen Tang Soo Do ("China-Hand") und Kong Soo Do ("leere Hand") verschiedene Stile des japanischen Karate. Diese Sportarten fanden in der Besatzungszeit von Korea durch die Japaner (1910-1945) viele Anhänger. Nach Abzug der Besatzungsmacht Japan im Jahr 1945 wollte General Choi nun aber eine verbesserte Form des japanischen Karate erschaffen und Korea so zu einer eigenen, innovativen und modernen Kampfsportart zu verhelfen. Er ergänzte Bewegungen des japanischen Karate um beliebte koreanische Bewegungselemente, beispielsweise aus dem Taekkyon, einer Art altertümlichen Volkstanz. Die geradlinigen und eher statischen Techniken des Karate wurden so deutlich flüssiger und dynamischer. Viele Dreh-, Sprung- und Beintechniken wurden in den Folgejahren entwickelt. Anfangs bezeichnete man diese neu entwickelte Kampfkunst aufgrund seiner nicht zu leugnenden japanischen Wurzeln noch als "koreanisches Karate".


Durch die den neuartigen, teils sehr spektakulären Sprung- und Beintechniken wurde das Tae Kwon Do dann aber schließlich immer weniger mit dem japanischen Karate in Verbindung gebracht und erwarb seinen eigenen Platz in der Welt der Kampfkünste. Heute gehört es mit über 100 Millionen Aktiven zu den meist verbreiteten Kampfsportarten weltweit.

Der Formenlauf wird im koreanischen mit dem Begriff Hyong beschrieben. Eine Hyong besteht aus festgelegten Bewegungsabläufen, bestehend aus verschiedenen Abwehr- und Angriffstechniken. In unserem System der 20 Hyongs beginnt keine mit einer Angriffsbewegung, denn die Kampfkunst Tae Kwon Do soll der Verteidigung dienen und nicht als aggressive Angriffsmöglichkeit verwendet werden.

Oft wird eine Hyong auch als Kampf gegen imaginäre Gegner beschrieben, was der Komplexität dieser Übungsform aber nur teilweise gerecht wird. Durch ihre Schrittmuster, die für Gelehrter, König, Himmel und Erde und weitere Symbole stehen, haben sie alle auch einen Bezug zur koreanischen Geschichte. Zudem lassen sich Bewegungsabläufe nicht immer sinnvoll und schlüssig einem realen Kampf gegen Gegner zuordnen. Ein Großteil der Bewegungen wird nach vorn ausgeführt, wobei ein Ausweichen, wie es in einem realen Kampf unabdingbar wäre, nicht vorgesehen ist. Daher sollten die Hyongs auch eher als Vermittlung verschiedener Lehrinhalte angesehen werden.

Das Üben der Formen und das damit verbundene Erlernen einer Vielzahl von Bewegungen in einer festgelegten Abfolge, wird im traditionellen Tae Kwon Do als Schulung der Konzentration verstanden.

Unter der Bezeichnung Bruchtest versteht man im TaeKwonDo das Zerschlagen von verschiedenen Materialien mit Händen und Füßen. Als gängigstes Bruchtestmaterial dienen Fichtenbretter in verschiedenen Größen und Stärken. Zudem werden oft auch Ziegelsteine, Dachziegel, Gasbetonplatten, Kieselsteine und andere Materialien verwendet.


Rein physikalisch betrachtet, funktioniert ein Bruchtest, weil man im mit hoher Geschwindigkeit auf einen möglichst kleinen Punkt im 90°-Winkel auftrifft. Damit ein Bruchtest aber überhaupt funktionieren kann, muss der/die Ausführende sich zuvor aber sicher sein, dass dieser wirklich gelingen kann. Wird an der eigenen Fähigkeit gezweifelt, passiert es oft, dass der Bruchtest nicht gelingt. Hauptgründe sind eine zu geringe Geschwindigkeit oder ein unpräzises Auftreffen auf das Bruchtestmaterial.


Geübt wird der Bruchtest im normalen Unterricht nur sehr selten. Bevor es zu einer Ausführung kommt, muss die Technik, die verwendet werden soll, um einen Bruchtest durchzuführen, sehr oft und genau geübt werden. Zum Einsatz kommt der Bruchtest zu jeder Gürtelprüfung und zu Vorführungen.


Nahezu jede Technik im TaeKwonDo kann auch als Technik für einen Bruchtest genutzt werden. Hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Techniken stark in ihren Schwierigkeits- und Wirkungsgraden. Ellenbogenstöße und Sidekicks gelten als Techniken mit einer sehr hohen Schlagkraft. Hand- und Fingertechniken gelten, wie auch Techniken mit dem Fußballen und der Ferse als präzise Techniken. Ein Fersendrehschlag gilt als High-Speed-Technik mit enormer Kraftentwicklung in seitliche Richtung.
Bruchtests mit locker gehaltenen oder frei fliegenden (gewordene) Bruchtestmaterialien (zumeist Bretter) benötigen eine sehr hohe Geschwindigkeit und exaktes Timing, um zu gelingen. Sprung- und Drehtechniken um 180°, 360°, 540° und mehr, erfordern ein hohes Maß an Koordination und Sprungkraft.


Weil man keine Zweifel am Gelingen haben darf, gilt der Bruchtest auch als ein wichtiger Gradmesser der Willensstärke.

Informationen zum Ein-Schritt-Kampf im Tae Kwon Do werden derzeit aktualisiert und stehen in Kürze zur Verfügung.

Informationen zum Freikampf im Tae Kwon Do werden derzeit aktualisiert und stehen in Kürze zur Verfügung.

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